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Namibia 2020 - Tag 5 Teil 1
Namibia 2020 🤗 - Tag 5 Teil 1
Herrschaften und Oukies!
Heute Morgen waren wir um 9 Uhr zu einer "Mineralientour" am und um den Rössingberg verabredet.
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Als Tourguide hatten wir uns Hans-Dieter Göthje ausgesucht. Dieser war uns wärmstens empfohlen worden und mit ihm waren wir auch wirklich gut beraten.
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Hans-Dieter ist ein Swakopmunder Urgestein. Er selbst war 21 Jahre im Stadtrat tätig und dann noch weiter im Regionalrat der Erongoregion. Einige Jahre war er sogar der Bürgermeister von Swakopmund! Wenn der sich hier nicht auskennt - wer bitteschön dann!
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Der Großvater Göthje kam mit der Woermann Linie ins Land. Er war dort als Schiffsstewart tätig und beschloss eines Tages ebenfalls sein Glück in der deutschesten aller deutschen Städte - in Swakopmund - in Deutsch-Südwest zu machen.
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Anhand dieser sehr spannenden Vita lässt sich schon erahnen, das Hans-Dieter der Risikogruppe - wie es ja zur Zeit so schön umschrieben wird - angehört. Dennoch balancierte er teilweise mit schlafwandlerischen Sicherheit durchs Geröll.
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Erstaunt waren wir, dass wir mit Gesichtsmaske abgeholt wurden und auch am Fahrzeug war ein nicht zu übersehender Hinweis angebracht! Hans-Dieter ärgert sich im übrigen sehr über die ganzen Ignoranten im Lande, die Namibia nun auch wieder steigende Zahlen bescheren.
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Auch für ihn waren wir die ersten Gäste seit einem 3/4 Jahr und er hat sich total gefreut, dass wir ausgerechnet ihn ausgesucht und angeschrieben haben.
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Wir fuhren ungefähr 35 Kilometer aus Swakopmund heraus und drehten dann in Höhe der 1991 links zum Rössingberg ab und passierten die Bahnlinie, die natürlich auch noch auf die deutsche Zeit zurückzuführen ist.
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Kurz darauf passierten wir ein natürliches Wunder: mitten in der Wüste scheint es unterirdische Quellen zu geben, die ein Wasserloch speisen. Den Hufspuren nach zu urteilen muss da auch richtig was los sein.
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Linker Hand lag die Split Mine und als nächstes passierten wir einen Marmorsteinbruch, dessen Statuen uns schon von weitem grüßten.
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Richtig spannend wurde es an unserem nächsten Haltepunkt: Glimmerschiefer! Uns war total neu, dass das Zeug mal in so einem großen Stil hier abgebaut wurde. Hans-Dieter erklärte uns die früheren Verwendungszwecke als Dämmmaterial.
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Hunderte an nicht abtransportierten Eisenfässern, bereits schon gefüllt mit dem Glimmerschiefer, wurden hier quasi von heute auf morgen in der Wüste stehen und liegen lassen, als man in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts den Abbau aufgab.
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Verrückt! So weit das Auge reicht liegen dort in einer tektonischen Senke diese rostigen Fässer aus einer anderen Zeit.
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Der nächste Punkt unserer heutigen Tour war ein weiterer verlassener Marmorsteinbruch. Hier wurde im wesentlichen grüner Marmor abgebaut. Schon bei der Anfahrt dorthin sah man überall Stellen im Geröll aus denen leicht türkisfarbene Steine hervorguckten.
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In der Marmormine selber zeigt und erklärte uns Hans-Dieter mittels einer einfachen Flasche Wasser aus der Coolbox, wie der grüne Marmor später - nach dem aufwändigen Bearbeitungsprozess - kräftig an Farbe dazu gewinnt. Spannend, wie durch das einfache begießen mit Wasser die Farbe plötzlich für einen kurzen Moment dunkelgrün aufleuchtet.
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Gut zu erkennen waren immer noch die verschiedenen Methoden mit denen man versuchte - mit unterschiedlichem Erfolg - dem begehrten Stein habhaft zu werden. Hier sah man Bohrlöcher, dort war zu erkennen, wie riesige Sägeblätter den Marmor geschnitten haben mussten.
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Wir lernten, dass im Gebäude des UNO Headquarters Wände mit grünem Marmor verkleidet wurden, passend zu der grünen Verglasung.
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Als Nebenprodukt fielen wunderschöne Gesteinsformationen ab, teilweise mit tollen Rosetten und Adern oder Clustern aus Halbedelsteinen.
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Als nächstes ging es zu einer stillgelegten Rosenquarzmine. Auf dem Weg dorthin erklärte uns Hans-Dieter die Bedeutung dieser Steinhaufen, aus denen oft auch ein Schild heraus ragt: auf diese Art und Weise steckt man seinen Claim ab.
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Auf das Schild schreibt man seinen Namen und eventuell noch das Datum, wann die Schürflizenz erteilt wurde - falls es denn überhaupt eine gibt, denn oft wird einfach schwarz gebuddelt.
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Zwischendurch machten wir noch Halt um die giftigen Kandelaber-Euphorbien zu bestaunen. Hier lernten wir wieder etwas dazu! Nämlich: jeder Abschnitt der Pflanze steht für eine Regenperiode. Je länger und besser die Regenzeit ausfiel, um so größer wächst der entsprechende Abschnitt. Also, quasi so ähnlich wie bei den Bäumen.
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Außerdem bewunderten wir noch die Buschmannskerzen, die hier richtig groß wachsen. Endlich konnten wir sie auch mal in der Blüte erleben. Hübsch sind die! Glaubt man gar nicht, dass da aus diesem trockenem Gestrüpp plötzlich Blüten wachsen.
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Der letzte Stopp fand bei einem Feld bzw. Berg mit Blut Descloizit statt. Aus diesem Gestein werden hübsche Schmuckstücke gefertigt.
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Hans-Dieter wunderte sich darüber, dass wir nicht wie die anderen Gäste auf dem Boden rumkrochen und Steine sammelten. Wir wären die Ersten, die nix aufsammeln würden.
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In der Ferne konnten wir noch die ehemaligen Unterkünfte der Arbeiter erkennen. Irgendwo müssen die ja gewohnt haben. Diese Unterkünfte sollen jedoch von den illegalen Schürfern immer noch bewohnt werden.
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Nach 4 1/2 Stunden endete unsere super informative Tour, von der wir keine Sekunde bereut haben. Hans-Dieter lieferte uns wieder wohlbehalten an unserer Ferienwohnung in Swakopmund ab.
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Für den Sonntag haben wir uns noch einmal verabredet, dann soll es eine historische Stadtführung durch Swakopmund geben.
Es grüßen
Angie, Micha und der Hasenbär
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Okonjima Nature Reserve is the home of the AfriCat Foundation that focuses on ensuring a sustainable future for Namibia’s large carnivores, such as cheetahs and leopards, through their conservation efforts. Consisting of eight thatched chalets with all you could desire in terms of amenities, the Luxury Bush Camp is exactly that. One of these chalets is called Wahoo, named after Wayne Hanssen's tame leopard. Wahoo was a rescued kitten that was only a few days old when it joined the Hanssen family. Wahoo died in 2018 at the biblical leopard age of 20.
Das Naturschutzgebiet Okonjima ist die Heimat der AfriCat Foundation, die sich darauf konzentriert, Namibias großen Fleischfressern wie Geparden und Leoparden durch ihre Schutzbemühungen eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Das Luxury Bush Camp besteht aus acht strohgedeckten Chalets mit allem, was man sich an Annehmlichkeiten wünschen kann. Eines dieser Chalets heißt Wahoo, benannt nach dem zahmen Leoparden von Wayne Hanssen. Wahoo war ein gerettetes Kätzchen, das nur wenige Tage alt war als es zur Hanssen Familie kam. Wahoo starb im Jahr 2018 im biblischen Leoparden Alter von 20 Jahren.
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(via)
Okonjima is home to the AfriCat Foundation, and every day, they strive to stop the hunting of these animals, relocate those in danger, and research and track populations to better understand their behaviors. At the reserve, they also welcome guests to experience safaris to see these gorgeous predators, spread awareness of the project, and raise funds for the research and care. A two-day Okonjima stay offers the best chance to view wild leopard in Namibia, as well as those collared for research purposes, in their natural habitats. Research programme leopard are actively tracked, and their collars are an invaluable resource for locating, and then returning to the Reserve, cats which have migrated to surrounding farmland where they are perceived as threats to livestock.
Okonjima ist die Heimat der AfriCat Foundation. Tag für Tag bemüht man sich, die Jagd auf diese Tiere zu verhindern, gefährdete Tiere umzusiedeln und Populationen zu erforschen und zu verfolgen, um ihr Verhalten besser zu verstehen. Im Reservat begrüßt man Gäste zu Safaris, nicht nur um diese wunderschönen Raubtiere zu sehen, sondern um auch das Bewusstsein für das Projekt zu schärfen und Spenden für Forschung & Pflege zu sammeln. Ein zweitägiger Aufenthalt in Okonjima bietet die beste Gelegenheit, wilde Leoparden in Namibia sowie solche, die zu Forschungszwecken eingesetzt werden, in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten. Das Forschungsprogramm Leopard wird aktiv verfolgt, und seine Halsbänder sind eine unschätzbare Ressource, um Katzen zu lokalisieren und dann in das Reservat zurückzuführen, die in das umliegende Farmland abgewandert sind, wo sie als Bedrohung für das Vieh wahrgenommen werden.
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Thirsty boy
(Via)
Die Farm Heimat liegt ca. 130 km südöstlich von Windhoek in der Nähe von Dordabis. Heimat ist eine „echte“ Farm mit Rindern, Ziegen, Schafen und weiterem „Getier“. Alles ist authentisch, man isst mit der Farmersfamilie, die sich viel Zeit für ihre Gäste nimmt und sie mit allem was die Farm zu bieten hat verwöhnt: Hauseigene Marmelade, Brot, Eier, Quark, Frisches aus dem kleinen Gemüsegarten sowie Biofleisch von der eigenen Farm. Als unvergessliches, einzigartiges Erlebnis bezeichnen viele Gäste das nächtliche Lagerfeuer draußen in der Weite des Farmgeländes mit kleiner sternkundlichen Führung am afrikanischen Himmel, der durch gänzlich fehlende Lichtverschmutzung wie tausend Diamanten leuchtet, während im traditionellen Eisentopf ein köstliches Lammfleisch gart. Außerdem werden Farmrundfahrten mit Eselskarren, alten Chevy oder einem Gokart angeboten.
The farm Heimat (Home) is located approx. 130 km southeast of Windhoek near Dordabis. A "real" working farm with cattle, goats, sheep and other animals. Everything is authentic, you eat with the farmer family, who take a lot of time for their guests and spoil them with everything the farm has to offer: homemade jam, bread, eggs, quark, fresh produce from the small vegetable garden and organic meat from their own farm . Many guests describe the nocturnal campfire outside in the vastness of the farm area as an unforgettable, unique experience with a small star tour of the African sky, which shines like a thousand diamonds due to the lack of light pollution, while delicious lamb cooks in a traditional iron pot. There are also farm tours with donkey carts, old Chevy or go-karts.
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