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Irland 2018 - Teil 6
Mittwoch, 16. Mai 2018,
Herrschaften!
Heute sind wir für unsere Verhältnisse erst sehr spät gestartet.

Gut - wir mussten heute Morgen erst noch ein bisschen mit einem deutschen Paar beim Frühstück quatschen.

Jetzt ist uns auch klar, warum aktuell so viele Deutsche hier herum schwirren..... Ich sage nur ein Wort: Sheeran! Ed Sheeran!

Da haben etliche Konzerttickets für die Dublin Konzerte gekauft und verbinden das gleich mal mit einem Urlaub auf der Insel. Heute waren dazu schon ständig Berichte im Radio. Sicherheitshinweise hier, Anreiseempfehlungen da usw. usw.

Unsere heutige Tour machten wir ein wenig wetterabhängig. Eigentlich fing es auch vielversprechend und warm an, doch mit jedem Kilometer, den wir nach Westen fuhren wurde es schlechter und stellenweise fing es auch an zu nieseln.

Also steuerten wir zu erst das Birr Castle in der heute gleichnamigen Stadt Birr an. Früher hieß der Ort Parsonstown, nach den Schloßeigentümern.

Das ursprüngliche Schloß stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und wird bis heute privat bewohnt.

In den Sommermonaten (Mai bis August) finden Führungen statt, die etwa 1 Stunde dauern.

Außerhalb dieser Monate können "nur" der etwa 50 Hektar große Schloßpark und die Science-Ausstellung in den ehemaligem Stallungen besichtigt werden.

Hauptattraktion sind aber nicht der Earl oder das Schloß, sondern der "Leviathan von Parsonstown". Unter diesem Namen ist das 1845 von William Parsons erbaute Riesen-Teleskop berühmt. Erstmalig konnte damit in die Tiefen des Weltalls geblickt werden.

Überhaupt waren die Parsons mehrere Jahrhunderte lang eine Familie der Tüftler, Entdecker und Erfinder. Zugegeben, mit einem gewissen finanziellen Hintergrund erfindet & entdeckt es sich eben doch leichter.

Kleiner Fun-Fact: Prinzessin Margareth, die Schwester der Queen, war oft in Birr anzutreffen, da ihre Schwiegermutter in zweiter Ehe mit dem damaligen Earl verheiratet war.

Zu den Preisen, die wir durchaus angemessen empfanden: Garten & Science-Ausstellung (nahezu komplett Rollstuhlgerecht): 9 Euro Garten & Science & Schloß-Führung: 18 Euro Achtung: das Schloß (Führung) ist nicht für Fußkranke geeignet!

Das Courtyard-Café liegt noch vor dem Ticket-Schalter und kann auch so besucht werden, ebenso natürlich der Souvenir-Shop. Alles ist rollstuhlgerecht angelegt, natürlich auch die Toiletten!

Eigentlich wollten wir im Anschluß die Klosteranlage von Clonmacnoise besuchen, da sich jedoch das Wetter stark verschlechtert hatte und zu Nieselregen auch noch Wind aufkam, waren wir extrem flexibel und fuhren statt dessen erst einmal nach Shannonbridge.

Die Ortschaft ist nach der Bridge, also der Brücke, benannt, die hier über den Fluß Shannon führt. Die schmale Steinbrücke mit 16 Bogen stammt aus dem Jahr 1757 und wird tatsächlich bis heute genutzt. Unglaublich!

Direkt hinter der Brücke steht ein altes Fort, naja, im Vergleich zur Brücke ist es ein junges Fort. Die Wehranlage wurde nämlich erst 1810 errichtet!

Das Fort sollte Schutz im Landesinnere vor einer möglichen Invasion von der Westküste her bieten. Das Fort wurde in den letzten 200 Jahren verschiedentlich genutzt - und neuerdings auch als Restaurant, natürlich mit angeschlossenem Souvenirschop!

Wie wir die Brücke ansteuerten traf mich fast der Schlag, als aus der Ferne mehrere parkende Reisebusse auszumachen waren. Bei näherer Betrachtung standen diese jedoch bei Luker´s - einem Lokal, das nahezu in jedem Reiseführer empfohlen wird. Puh, Glück gehabt!

Die Individualisten und Einheimischen standen mit ihren Autos vor dem Fort, dem jetzigen "Riverside Café".

Der eine oder andere Gast hatte allerdings Probleme mit seinem Handy - kein Wunder bei den meterdicken Mauern. Das hatten die damaligen Bauherren einfach nicht bedacht, dass heutzutage jeder überall online sein muß.

Da keine Wetterbesserung in Sicht war, änderten wir weiter unseren Tagesplan und fuhren zurück nach Tullamore. Wir rechneten uns aus, wenn es glatt läuft, erwischen wir noch gerade so die letzte Führung in der Tullamore DEW Destillery um 17 Uhr.

Als wir dort eintrafen, standen da doch tatsächlich mehrere Leute, die wir bereits im Birr Castle angetroffen hatten. Was für ein großes Hallo!

Natürlich wird in dem Gebäude, dem Tullamore DEW Heritage Centre am "Grand Canal" heutzutage nichts mehr produziert. Das geschieht in der funkelnagelneuen Destille, die 2014 fertig gestellt wurde, vor den Toren der Stadt.

In dem alten Gebäude aus dem Jahre 1897 werden heute die Touristen aus aller Herren Länder im Stundentakt durchgeführt.

Entsprechend professionell ist die ganze Angelegenheit. Insbesondere auf deutschsprachige Gäste ist man bestens eingestellt.

An der Kasse und im Souvenir-Shop wird deutsch gesprochen, es gibt deutsche Führungen und die gemischten Gruppen werden mit deutschem Audioguide ausgestattet.

Wie es im angeschlossenen Restaurant mit der Qualität der Speisen aussieht können wir nicht beurteilen, da wir dieses nicht besucht haben.

Die einfache Führung kostet aktuell 14 Euro und dauert etwa 1 Stunde. Zur anschließenden Verkostung werden 3 verschiedene Whiskey-Proben gereicht. Diese Veranstaltung kann auch online vorgebucht werden, das ist aber auf keinen Fall erforderlich.

Darüber hinaus gibt es noch ausführlichere Tastings, dafür sollte man sich jedoch zwingend anmelden bzw. anfragen was, wann und wo. Alle Tastings enden natürlich im Souvenir-Shop, in dem man ohne weiteres ein Vermögen los werden kann.

Das Tullamore DEW Heritage Centre ist auf Rollstuhlfahrer eingerichtet, da gibt es keinerlei Einschränkungen beim Besuch!

Zum Dinner entschieden wir uns an diesem Abend für das zweite hauseigene Restaurant im Bridge House Hotel, das “Balcone Italiano”.

Wo am Morgen das Frühstück für die Gäste präsentiert wird, serviert man am Abend irisch-italienische Fusions-Küche mit durchaus ansprechendem Ergebnis.

Das irische Steak war butterzart und der warme Schokoladenkuchen an Vanilleeis war schlicht zum niederknien.

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! Es grüßen Angie, der Monsieur le Chauffeur und der Hasenbär