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Irgendwann Schlgt Sie Zu - Die Erkenntnis, Dass Man Viel Zu Viel Arbeitet, Dass Man Sich Viel Zu Viel
Irgendwann schlägt sie zu - die Erkenntnis, dass man viel zu viel arbeitet, dass man sich viel zu viel Stress macht. Man beschließt, weniger zu tun, sich mehr Ruhe und Pausen zu gönnen. Und jeder, selbst der Chef bestätigt einen, das zu tun. Was aber mache ich jetzt mit dem nagenden Gefühl, faul zu sein, Arbeit und Aufgaben auf andere abzuwälzen? Auf der einen Seite steht meine Gesundheit, ohnehin schon belastet, auf der anderen Seite das Gefühl, gewisse (alle) Dinge anderen absolut nicht überlassen zu können, weil diese Dinge dann nicht so getan werden, wie ich es für richtig halte.
Die ratio sagt, ich bin ersetzbar. Es wird mir täglich vorgeführt, wenn ich meinen Arbeitsplatz an den nächsten übergebe. Mein Bauch aber sagt, ich bin der einzige, der die Aufgaben richtig und ordentlich erledigen kann,, obwohl mir der tägliche Betrieb zeigt, dass es andere gibt, die diese Aufgaben auch richtig, manchmal sogar besser erfüllen können.
Ich muss jetzt lernen, meine Aufgaben zumindest zeitweise loslassen zu können, anderen das Vermögen und das Verantwortungsbewusstsein zusprechen, die täglichen Aufgaben zu lösen. Ich muss lernen, dieses Gefühl des Faul seins als Freund willkommen zu heißen, statt als Gegner zu bekämpfen.
Ich bin vielleicht auch inzwischen zu alt für diese Sorte Kampf...

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daniiduna86 liked this · 1 year ago
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alt-adventures liked this · 1 year ago
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Aufwachen aus einem unruhigen Schlaf voller seltsamer Träume und Bilder. Der Kopf ist noch nicht frei, die Gedanken drehen sich um die Eindrücke der Nacht, die wie Stolpersteine in den Hirnwindungen stehen. Es dauert, bis sich der Kopf beruhigt. Die obligatorische Tasse Kaffee hilft, Gedanken zu ordnen. Und natürlich die Musik. Heute etwas ruhiger, Antagonist zum Gedankenchaos der Nacht.

Alle Knochen schmerzen heute. Ich bin des Hörens müde. Der Tag beginnt grau, die vergangene Woche hat ihre Spuren tief in mein Selbst gegraben. Anspruchsdenken, Arroganz, Egoismus haben sich in dieser Woche tief ausgebreitet und waren nur schwer in Zaum zu halten. Die Kompromisslosigkeit, mit der sich in meinem Umfeld Menschen gegenseitig zu vernichten suchten, hat mich (mal wieder) erschrocken. Ich möchte das alles gar nicht mehr hören, nicht mehr dagegen anreden, keine Rücksichtnahme mehr einfordern müssen, und nicht mehr gegen Wände reden. Ginge es nur um mich, ich hätte mich zurückgezogen und sie alle reden lassen. Aber es geht nie nur um mich. Es geht um andere Leben, andere Pläne, um leben und leben lassen. Ich habe nur einen Tag, um mich von all dem Egoismus, von Wut, Frust und Ärger einigermaßen zu erholen. Dann muss ich wieder rein. Wieder verhandeln, wieder Böswilligkeit, Intrigen und Machtspiele ertragen. Ich will das nicht mehr...

Stille... Seit Tagen kein Wort mehr gesprochen. Allein, kein Kontakt außer den notwendigen wie Kassenmenschen, aber auch hier - kein Wort gesprochen. Lächeln reicht... Draußen wacht die Stadt langsam auf. Ein Raucherhusten rollt mit seinem Fahrrad durch die Straße - ein Kontrapunkt zur sonstigen, friedlichen Stille. Der kleine Hund von gegenüber (vielleicht) springt aufgeregt an seiner Leine von Stein zu Laub, von Duftspur zu Duftspur, während am anderen Ende der Leine sein Herrchen steht, seltsam unbeteiligt, der Körper schon wach, der Geist noch lange nicht. Dazwischen zielstrebige Menschen, mal schnellen Schrittes, mal gemütlich wandernd, in Richtung Bäckerladen. Der Duft frischer Brötchen dringt selbst zu mir herüber. Ein ruhiger Morgen - fallen lassen... noch einmal...
“Most of us walk unseeing through the world, unaware alike of its beauties, its wonders, and the strange and sometimes terrible intensity of the lives that are being lived about us.”
— Rachel Carson, Silent Spring
Eigentlich wollte ich nichts darüber schreiben. Auch nichts sagen... Aber diese elende Besinnlichkeitsflut überrrollt mich wieder, und es nervt mich wahnsinnig! Wie jedes Jahr... Ich habe nichts dagegen, dass gläubige Menschen ihre Feste feiern. Sei es das Zuckerfest, Channuka oder eben Weihnachten, oder was auch immer eure wichtigstes Fest im Glauben sein mag. Mich kotzt der Lärm an, der um Weihnachten (im Speziellen) gemacht wird! Aus allen Richtungen, aus Läden, aus Buden, aus Lautsprechern aller Art und Form dröhnt mir Besinnlichkeit entgegen! BESINNLICHKEITBESINNLIHCKEITBESINNLICHKEIT! Aus allen Ecken Friede, Freude, Eierkuchen, und letztlich ist das alles nichts als Konsumgeilheit, nichts als die unverblümte Aufforderung, jetzt doch endlich hier sein sauer verdientes Geld auszugeben. In den Städten stellen sich die Buden in Reih und Glied, verkaufen billigen Schrott aus China und an jeder zweiten Bude Punsch, Glühwein, Grog. Erst blinkenden Mist kaufen, dann sich gehörog das Blech verbiegen, bis man kotzt! Dazwischen hektische Menschen, die immer noch nicht genug Geschenke besorgt haben, die immer noch nicht genug geschmückt haben, die immer noch nicht besinnlich genug sind! Was sollen denn nur die Nachbarn sagen?
Weihnachten bringt alljährlich das Schlimmste im Menschen ans Licht, daran ändert auch die Frohe Botschaft nichts! Mit Glauben hat das alles nichts mehr zu tun...
Ich ziehe mich zurück in mein Nest, bis der ganze Mist hier draußen wieder vorbei ist (einschließlich Silvester!). Ich verschließe mich diesem ganzen Besinnlichkeitsterror, bleibe für mich und wenn jemand fragt: Nein, ich schmücke hier nichts weihnachtlich. Mein Weihnachtsbaum darf im Wald weiter wachsen!
